Hildburghausen
- BZH – Kühner, Steffen (Kreistag)
- BZH – Frenck, Tommy (ehemals Kreistag)
Der Kreisverband der NPD Hildburghausen wurde 2009 aufgelöst. Teile des Verbandes gingen in den im Frühjahr 2010 gegründeten Kreisverband Schmalkalden / Meiningen / Suhl über.
Andere Teile der Partei traten der 2009 gegründeten neonazistische Wählergemeinschaft »Bündnis Zukunft Hildburghausen« (BZH) bei. Der ehemalige Kreisvorsitzende der NPD Tommy Frenck war treibende Kraft der Spaltung, er nimmt für das BZH seit Juni 2009 das Kreistagsmandat des Bündnisses wahr. Frenck ist zudem Beisitzer im Vorstand des Bundesverbandes der »Jungen Rechten«, der Jugendorganisation der DVU. Vorsitzender des BZH ist Steffen Kühner. Das BZH führte 2010 regelmäßig Veranstaltungen mit bis zu 200 TeilnehmerInnen durch.
Im Juli 2010 fand der sogenannte »Nationale Soziale Thüringer Arbeitertag« statt, bei dem mehrere neonazistische Bands auftraten und unter anderem der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende und wegen Volksverhetzung verurteilten Holocaustleugner Günther Deckert sprach.
In Hildburghausen existiert auch ein Kreisverband der DVU, der eng mit dem BZH zusammenarbeitet. Dessen Vorsitzender ist Steffen Greußel.
In Hildburghausen finden zudem immer wieder Liederabende, Konzerte und Vortragsabende der neonazistischen Szene statt, so z.B. im Februar und im August 2009.
Im Landtagswahlkampf des gleichen Jahres kam es zu Angriffen auf VertreterInnen demokratischer Parteien, in den letzten Jahren wurden auch mehrfach Parteibüros offenbar durch Neonazis attackiert. Im Sommer 2008 griffen Neonazis außerdem während eines unangemeldeten Fußballturniers des rechten Szene-Vereins »SV Germania« in Hildburghausen den Bürgermeister der Stadt an, nachdem er mit der Polizei versucht hatte, das Neonazi-Turnier zu unterbinden. 2009 kam es im Landkreis zu 43 Straftaten wegen Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen.
Redaktionskollektiv »NIP-Thüringen«, 25. Oktober 2010